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Das Bützow-Urteil wollten die Fußballer des Lübzer SV noch abwarten. Jetzt sei das Maß voll. „Was gerade zum Ende der Saison hin im Landesfußball abgelaufen ist, liegt uns schwer im Magen. Und wir möchten das gerne öffentlich machen“, sagt Remo Sahm. „Wir wollen das nicht als reines Meckern verstanden wissen, sondern vielmehr als Denkanstoß“, betont der Trainer des Landesligisten.

Er benennt mehrere Punkte, die in intensiven Gesprächen und Diskussionen in seiner Fußballabteilung sauer aufgestoßen seien. „Das geht damit los, dass die Oberliga später als unsere Landesspielklassen endet. Und wenn dann, wie in diesem Fall, die Abstiegsrelegation des FC Anker Wismar dazu kommt, dann müssen Mannschaften noch länger über das eigene Saisonende hinaus warten, bis sie wissen, wo sie im nächsten Jahr spielen. Und dann sind noch nicht einmal alle Urteile vom Sportgericht gefällt. Wie soll man da vernünftig planen? Sinnvoll wäre aus unserer Sicht eine Anpassung an den Rahmenspielplan des nordostdeutschen Fußballverbandes.“

Nicht nachvollziehen können die Lübzer auch den „Fall“ Bützow: „Wie kann man einfach eine Satzung ändern und praktisch zeitgleich eine Mannschaft mit der Höchststrafe, sprich Punktabzug, belegen?“ Zum Hintergrund: Nach Auffassung von Sportgericht und Verbandsgericht des Landesfußballverbandes hatte der Verbandsligist TSV Bützow mehrfach vier statt der erlaubten drei Nicht-EU-Ausländer eingesetzt. Das „kostete“ den TSV, der die betreffenden drei Partien gewonnen hatte, neun Punkte. In der kommenden Saison hätte es das geahndete „Vergehen“ nicht mehr gegeben. Denn ab dem 1. Juli 2019 heißt es in der in diesem Punkt geänderten Spielordnung unter § 2 Spielerlaubnis-Spielerpass/ Nr. 5 unter anderem, dass eine Mannschaft in Pflichtspielen der Herren-Landesspielklassen und des Landespokals nicht mehr als vier Nicht-EU-Ausländer auf dem Spielbericht aufführen darf.

Ein weiteres Ärgernis betrifft Sanktionen seitens des Landesfußballverbandes (LFV): „Wenn du mal ein Häkchen vergessen oder eine Überweisung nicht termingerecht vorgenommen hast, wird ganz schnell eine Strafe fällig. Auf der anderen Seite wartest du auf Urteile des Sportgerichts sechs Wochen und länger. Das passt doch nicht zusammen.“

Besonders in Rage bringt Remo Sahm ein Prozedere, das den Lübzer SV selbst betroffen hat. Die Lübzer hatten Widerspruch gegen die Wertung des Landesliga-Punktspiels vom 6. April beim SV Blau-Weiß Polz eingelegt (4:1 für Polz), weil die Blau-Weißen einen Spieler einsetzten, der zu Spielbeginn nicht auf dem Spielbericht eingetragen war. Das Sportgericht des LFV zog die Spielordnung heran und wertete die Partie „wegen des unberechtigten Einsatzes eines Spielers“ mit 3:0 für den Lübzer SV. Die Polzer gingen in Berufung und bekamen Recht. Das Verbandsgericht des LFV hob das Sportgerichtsurteil auf, weil es den besonderen Umständen des Einzelfalls nicht gerecht werde. Die Partie floss mit dem ursprünglichen Ergebnis von 4:1 für Polz in die Wertung ein (SVZ berichtete).

„Ein klares Fehlurteil. Dazu stehe ich. Unter der Hand hat man das auch zugegeben, aber öffentlich wird das nie gemacht. Dabei sind Fehler doch menschlich.“ Die Berufung sei durch eine Mail des Spielausschussvorsitzenden überhaupt erst angeregt worden. Der dürfe sich aber gar nicht einmischen, zumal dieses „Vorpreschen“ nicht einmal mit den übrigen Spielausschussmitgliedern abgestimmt worden sei. „Das geht nicht gegen die Polzer. Wir hätten genauso gehandelt. Aber ist das alles richtig? Sprechen die im Verband überhaupt miteinander?“

Autor: ric127