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Schützenstraße 34 | 19386 Lübz

Den Gewinner eines Fußballspieles schon vor dem Anpfiff zu kennen, ist nahezu unmöglich. Nicht so beim Lübzer SV, denn am vergangenen Wochenende trafen in Lübz zwei Mannschaften mit Heimvorteil aufeinander, die es jede für sich in die höchste Liga ihrer Altersklasse geschafft haben. Das Punktspiel der Kreisoberliga E-Junioren Westmecklenburg zwischen der E1 des Lübzer SV und der E3 Mädchenmannschaft des Lübzer SV kannte somit von vorherein nur einen Sieger – den Lübzer Sportverein, ein im Kleinfeldbereich nahezu vorbildlich aufgestellter Traditionsverein.

Dichte Nebelschwaden über dem Lübzer Feldstraßensportplatz erschwerten am Sonntagmorgen die Sicht, nicht nur für die Spieler sondern auch für die zahlreichen Lübzer Fans, die mal wieder auf das gemütliche Sonntagsfrühstück verzichtet hatten, um bei diesem spannenden Spiel dabei sein zu können. Punkt 10 Uhr schließlich ertönte der Anpfiff und ließ jegliche freundschaftliche Nachsicht beider Mannschaften im Nu verfliegen. Während die Jungs etwas zaghaft ins Spiel starteten, bewiesen die Mädchen ab der ersten Minute des Spiels ihren starken Willen, sich dem favorisierten Team der E1 nicht kampflos zu ergeben. Jegliche Versuche der Lübzer Jungs zum gegnerischen Tor vorzudringen, wurden durch die von Sari Kampf an diesem Tag bestens organisierte Defensive in den ersten Minuten erfolgreich abgewehrt. Im Anschluss an einen Einwurf dann startete Kapitän Pepe Grube in eines seiner unnachahmlichen Dribblings. Sein Versuch, den Ball aus halbrechter Position im Tor unterzubringen, konnte noch geblockt werden. Teamkollege Casimir Schiener nahm den Abpraller halblinks auf und zog mit seinem starken linken Fuss unhaltbar ins lange Eck ab – 1:0. Damit lagen die Jungs zur achten Minute vorne, doch die Antwort der Mädchen ließ nicht lange auf sich warten. Zunächst konnte Verteidiger Casimir Schiener einen schön angelegten Konter der Mädchen noch unterbinden, in dem er sich schnell wie der Wind an Stürmerin Janne Rahn herankämpfte. Im zweiten Versuch jedoch konnte niemand ihren langen Schritten mehr rechtzeitig folgen und überlegt schob die Stürmerin am Torwart vorbei zum verdienten Ausgleich für die Mädchen ein. Immer wieder versuchten die Jungs nun den Ball in Richtung des gegnerischen Tors zu pressen, aber das Zentrum der Mädchen war ein festes Bollwerk – unüberwindlich. So konnte allein Malte Ratzlaff den Anhängern der Lübzer E1 kurz vor der Halbzeitpause noch einen kleinen Lichtblick schenken. Mit aller Willenskraft tankte er sich durch die vielbeinige Abwehrreihe der Mädchen und schloss platziert auf das Tor ab. Nur durch eine Glanzparade bekam Torwärtin Nina Wallstabe den Ball gerade noch zu fassen und hielt somit das Unentschieden fest – Halbzeitstand 1:1.

Für die zweite Halbzeit war damit für unsere Lübzer Teams noch alles offen. Die Jungs schienen ihre Zurückhaltung nun endlich abgelegt zu haben und fanden schnell zurück ins Spiel. Der frisch eingewechselte Jannik Wagner stellte sofort seinen Kampfgeist unter Beweis und machte bereits wenige Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit aus zentraler Strafraumposition das 2:1 für die Lübzer Jungs. Kurz darauf tat Mannschaftskollege Felix Krüger es ihm gleich und platzierte den Ball mit einem kraftvollen Spannschuss aus 10 Metern unhaltbar im Tor der Gegnerinnen. Aber die gut eingestellten Mädchen hielten an ihrer disziplinierten Spielweise fest und kamen selbst zu weiteren hochkarätigen Chancen. Erneut geschickt durch einen weiten Pass in Szene gesetzt, lief Janne Rahn gefolgt von ihrem Gegenspieler auf Torwart Fynn Elias Niemann zu. Der Keeper bereits außerhalb seines Strafraumes drängte die Angreiferin nach außen ab. Noch ehe er jedoch seinen Kasten wieder erreichte, tanzte der gefühlvoll von der Lübzer Angreiferin hereingegebene Ball schon auf der Querlatte seines Kastens. Aber auch das Glück spielte an diesem Morgen wohl auf Seiten der Jungs. Denn der Ball kam so nur kurz vor der Torlinie wieder auf und wurde sichere Beute von Keeper Niemann.

Der tiefe Rasen ließ das Spiel nun immer mehr zu einer regelrechten Rutschpartie werden. Wieder war es Jannik Wagner, der im Angriff Initiative zeigte. Als er sich den Weg vor das Tor erkämpft hatte und gerade zum Schuss ansetzte, wurde ihm der glitschige Boden zum Verhängnis. Der Ball landete nicht im Tor – unser Lübzer Stürmer allerdings auf seinen vier Buchstaben. Doch auf den Ausrutscher sollten sogleich Freudensprünge folgen, denn Teamkollege Luis Stransky stand gut zum flutschigen Ball und erwischte nach einem Abstoß vom Tor der Mädchen gerade noch volley mit der linken Pike. Wie in Zeitlupe flog das Spielgerät daraufhin im hohen Bogen über den Kopf der Torwärtin hinweg, direkt in den Kasten. So endete die Lübzer Heimpartie mit einem 4:1 für die Jungs und wie man es nun auch dreht und wendet, der Lübzer SV ging schließlich als Sieger vom Platz.

Annika Lau

Autor: ric127