Site Loader

ADRESSE

Schützenstraße 34 | 19386 Lübz

Im Lübzer Nieselregen ging das Flutlichtduell auf dem Harbig-Sportplatz mit 4:1 an das Gäste-Team von der SG 03 Ludwigslust/Grabow. „Die Grabower sind in dieser Saison sehr stark“, ließ der Lübzer Trainer Remo Sahm nach dem Schlusspfiff keinen Zweifel am verdienten Sieg der SG 03 aufkommen. Sein Gegenüber, Ricardo Hagedorn, zeigte sich verständlicherweise hoch zufrieden. „Das war ein schönes Spiel, das wir über weite Strecken spielerisch dominiert haben. Es hat noch einmal richtig Spaß gemacht.“

Dafür sorgte schon im Vorfeld die gute Abstimmung beider Mannschaften hinsichtlich des Ablaufs am Freitagabend. Die Vereine haben ein gutes Verhältnis zueinander. „Wir kennen uns schon ewig und stehen auch ständig in Kontakt vor den Spielen“, so LSV-Trainer Remo Sahm. Der Kontakt war diesmal besonders wichtig, wurde doch drei Tage vor Anpfiff von Bund und Ländern der Lockdown angekündigt. Zu allem Übel schaltete noch die Corona-Ampel im Landkreis Ludwigslust-Parchim auf Rot. Einige Städte und Gemeinden und auch der Kreisfußballverband Westmecklenburg (KFV) reagierten mit „Schnellschüssen“. Umgehend wurden Sportanlagen geschlossen und der Spielausschuss des KFV sagt den kompletten Spielbetrieb für das Wochenende ab.

Nach einem kurzen Telefonat beider Trainer war klar, das Landesligaspiel soll stattfinden. „Das war auch mit den Corona-Vorgaben vereinbar“, sagt Remo Sahm. Denn Sportveranstaltungen mit bis zu 100 Personen waren am Wochenende erlaubt. Also machte sich André Ohlrich, Stammspieler und Lübzer Vereins-Chef auf den Weg zur Stadtverwaltung und holte das Okay für die Sportplatznutzung ein. Jetzt ging es an die Details. Die Namenslisten der Spieler und Offiziellen beider Teams waren schnell erstellt, Zuschauerlisten vorbereitet und das Ordner-Team erweitert. Über die sozialen Medien und Telefon wurden die Fußballfans informiert, dass es Einschränkungen gibt. „Die Grabower hatten sich mit 60 Fans angesagt“, weiß der Lübzer Coach. Das ging natürlich nicht. Das Gute: alle hielten sich an die Absprachen. „Die Lübzer haben das wirklich bestens organisiert“, lobt auch SG-Chef Björn Kasch.

Wegen des Dauerregens dieser Tage hätte auch der Lübzer Platzwart noch ein Wörtchen mitreden können, ob die Partie steigt. Nach der Begehung des Platzes am Vortag war klar: es geht. „Bis zum Frühjahr mach ich euch den Rasen wieder schön“, versprach Hartwig Winkler mit Blick auf die nächsten Wochen. Denn in diesem Jahr wird wohl auf dem Harbig-Sportplatz kein Spiel mehr stattfinden.

Zum Spiel: Die Gäste erwischten einen Traumstart. Ein Flankenversuch des mit aufgerückten Thomas Dreyer geriet zum Torschuss. Karl Christian König sah das Unheil kommen, rutschte aber weg und konnte so das 0:1 nicht verhindern (4.). Dafür reagierte der junge Lübzer Keeper wenig später bei einem wuchtigen Kopfball von SG 03-Kapitän Lasse Baerwinkel glänzend. Nach einer Viertelstunde war die Partie wieder völlig offen. Ein Schuss von André Ohlrich wurde von einem Verteidiger auf der Torlinie mit der Hand abgewehrt. Der Schiedsrichter gab Elfmeter, ohne die Aktion zusätzlich mit einer Karte zu ahnden. Was beim LSV Unverständnis auslöste. Ohlrich verwandelte sicher (16.).

Der Unparteiische entwickelte sich für die Lübzer nach rund einer halben Stunde endgültig zur Reizfigur. Der Auslöser: Ein Ohlrich-Kopfball landete im Gäste-Tor – Riesenjubel im LSV-Lager. Der Referee gab den Treffer zunächst, entschied nach Beratung mit seinem Assistenten dann aber auf Freistoß für den Gegner. „Er sagte mir, er habe eine Abseitsstellung gesehen – erst passiv, dann aktiv…“, verstand Remo Sahm beim Gang in die Pause die Fußballwelt nicht mehr. In der Folge ging es etwas wilder und hektischer zu. Bis die SG 03 zu ihrer spielerischen Linie zurückfand und Tim Anders die neuerliche Gäste-Führung perfekt machte (41.).

Auch in der zweiten Halbzeit zeigte der Aufsteiger die bessere Spielanlage und mehr Torgefahr. Das 3:1 war schon so etwas wie eine Vorentscheidung (64.). „Ein echtes Traumtor. Da passte nichts mehr dazwischen“, schwärmte Hagedorn über den 20-m-Schuss von Mats Jasper Löning in den Torwinkel. Tim Anders‘ präziser Freistoß in der Nachspielzeit setzte mit dem 4:1 den Schlusspunkt.

Text/Bild: SVZ

Autor: ric127